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Auf den Spuren der Goldsucher durch Alaska

The Golden Circle

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Ich bin gerade von drei Tagen „Golden Circle“ zurück.: Whitehorse – Haines Junction – Haines – Skagway – Whitehorse. Der Mietwagen ist wieder abgegeben und um 500km reicher auf dem Tacho. Den ersten Teil bis Haines Junction und weiter auf dem Haines Highway kannte ich schon von unserer Dezadeash Tour. Nach den Million Dollar Falls führt der Haines Highway weiter entlang des Kluane Nationalparks in Richtung Westen und schlängelt sich westlich an den St Elias Bergen vorbei. Die Landschaft nimmt alpinen Charakter an. weiter lesen

YRQ – Kurzfazit

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Erst mal vielen Dank an all die Glückwünsche zum Zieleinlauf :-). Wir sind jetzt wieder zurück in Whitehorse und damit gibt es auch wieder online Verbindung. Die letzten Tage wäre naturgemäss der Erholung gewidmet – die hatte ich bitter nötig. Doch mittlerweile ist alles wieder auf dem Stand von vor einer Woche.

Das Rennen ist definitiv ein harte Nummer; dabei waren Themen wie Nahrungsaufnahme, Rücken- oder Sitzprobleme eher untergeordneter Natur. Nachdem Erin in Minto aufgeben musste, wurde die Nummer richtig hart. In Carmacks hatte ich ungefähr eine Stunde Schlaf, nicht zuletzt bedingt durch wenig kooperative Mitpaddler. Das rächte sich dann am Freitag, als ich ab 8h allein unterwegs war. Die folgenden 26 Stunden gehören zum härtesten, was ich bisher durchgemacht habe.

Paddeln in Trance, meist im Halbschlaf begleitet durch unglaubliche Halluzinationen über fast die gesamte Restdauer. Das Ziel wie eine Oase in der Wüste vor Augen, aber mit dem Wissen, dass davor mehr als 24h Dauerpaddeln liegen machen es nicht einfacher. Bin froh, dass ich das Ganze heil hinter mich gebracht habe !

Trotz allem eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich bin weit über meine bisherigen Grenzen hinaus gegangen, in einen Grenzbereich, den ich mir so nicht vorgestellt hatte. Ich hoffe, dass ich die daraus gewonnenen Erkenntnisse in künftigen Situation dann auch umsetzten kann.

Es wird sicher noch etwas brauchen, bis ich das alles vollständig verdaut und verarbeitet habe.

Der letzte Tag vor dem Rennen. Um 9h fand die Registrierung statt. Hinterlegung der Kaution, Abnahme der Reiseversicherung, Verteilung der Startnummern und das offizielle YRQ Foto. Dann geht es zum ersten Materialcheck der Utensilien, die jeder mitführen muss. Das ganze Szenario wird noch mal morgen vor dem Start, beim Zwischenhalt in Carmacks und nach der Zielankunft in Dawson durchgeführt. Anscheinend gab es schon genügend Fälle in denen mit sehr leichtem Gepäck „gereist“ wurde. Nervend ist das Ganze dann doch etwas. Die Freigabe des Faltboots war eine reine Formalie. Peter Coates machte sich nicht mal die Mühe das Längen/Breitenverhältnis zu messen. Zu offensichtlich ist es, dass ich nicht in einem Rennboot an den Start gehe :-).

Ohne, dass ich bisher mit allen gesprochen habe, habe ich den Eindruck, dass das Teilnehmerfeld zweigeteilt ist. Da gibt es die echten Racer, die gegen die Uhr oder Rekorde losstechen werden und diejenigen, die „einfach“ nur die Herausforderung annehmen wollen und erleben, wie und ob das Ganze machbar ist. In der Solo Kajak Klasse sind insgesamt 15 Teilnehmer am Start – noch habe ich keine Idee wie viele eher dem zweiten Teil zuzurechnen sind.

Offensichtlich ist, dass die Einzelfahrer – und dort insbesondere die Kajakfahrer/innen den „steinigsten“ Weg auf sich nehmen. Keine Möglichkeit unterwegs im Boot auszuspannen und seine(n) Mitpaddler etwas machen zu lassen; kein Positionswechsel im Boot. Bin sehr gespannt, wie es mir dabei ergehen wird.

Am Abend fand das offizielle Briefing statt, in dem nochmal die Regeln erklärt wurden, insbesondere das Anrufen der Checkpoints. Erin und ich haben echt keine Ahnung, wie schnell wir unterm Strich sein werden. Die maximal zur Verfügung stehenden Zeit sind 74 Stunden. Wir wollen versuchen unter 70 Stunden bleiben, bei unter 65 Stunden wären wir sehr zufrieden und alles was besser sein sollte eine toller Erfolg. So oder so bin ich froh nicht alleine unterwegs zu sein und noch dazu auf Len und die Kids als „Groundcrew“ vertrauen zu können.

Ach ja der Rekord liegt bei 42 Stunden, 49 Minuten aufgestellt von Carter Johnson 2010. Damit war er eine Sekunde langsamer als das Texan voyageur Team.

Das ist weit weg von unseren Möglichkeiten – ankommen ist das erste Ziel und dann …siehe oben. Die Wetteraussichten sind soweit ganz ordentlich. Zwischen 16 und 19 Grad und kaum Regen sind für die ersten zwei Tage prognostiziert. In diesem Sinne eine spannende Zeit und bis hoffentlich demnächst.

Hier nochmal der Link zum YRQ Race Tracker. Startnummer 41 / Team Yukoneer ;-).

Langsam wird es ernst. Ich komme gerade vom „Get together“ auf dem Freigelände des MacBride Museum zurück. Die Paddler sind nun alle (?) da und mit dem ein oder anderen gab’s Gelegenheit zum Austausch. Die ganze Gesellschaft wurde rustikal verköstigt und ein paar (erträgliche) Reden wurden auch gehalten. Die (gefühlt) weiteste Anreise dürften die Australier hinter sich haben. Der älteste Teilnehmer zählt 80 Lenze, der Jüngst gerade mal 18 Jahre. Wow, wenn ich mit 80 Jahren noch bei so was antrete kann ich mich glücklich schätzen – grossen Respekt.

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Dezadeash III

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Nachdem wir das Elchabenteuer überstanden hatten kümmerten wir uns wieder vermehrt um den Vortrieb.

Der Dezadeash zeigt sich nach dem Six Mile Lake erst mal relativ normal – immer wieder Geraden und Kurven – aber man kommt doch ganz gut voran. Mit mit zunehmender Länge werden die Kurven aber zu Kehren und der Fluss mäandert immens. Das geht soweit, dass man teilweise hunderte Meter zurückpaddelt, bevor der Fluss wieder eine Kehrtwende macht. Insbesondere der Abschnitt nach Champagne ist nichts für Leute, die es eilig haben J. Das Verhältnis Paddelstrecke zu echter Zielannäherung ist etwa 3:1, d.h. drei Stunden paddeln bringen einen etwa eine echte Wegstunde näher ans Ziel.

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Dezadeash II

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Am Vorabend hatte ich mir den rechten Fuß kräftig vertreten aber zum Glück machen wir uns heute mit dem Kajak auf den Weg. Um fünf Uhr morgens schälen wir uns aus den Schlafsäcken, das wird für die nächsten drei Tage der Standard werden. Das erste Packen dauert, wie üblich etwas länger, doch um 7h morgens sind wir auf dem Wasser. Trotz der frühen Stunde haben wir schon kräftigen Wind und einige Wellen.

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Dezadeash I

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Bevor es mit dem Yukon River Quest losgeht wollten Erin und ich uns noch ein paar Tage entspannt einpaddeln. Von den vielen Möglichkeiten haben wir uns dann für den Dezadeash entschieden – nicht zuletzt deshalb weil er logistisch relativ einfach von Whitehorse zu erreichen ist.

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Einpaddeln

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Ich bin nun schon eine gute Woche in Whitehorse und habe mich gut eingelebt. Kiera sitzt gerade neben mir und flötet mir ein “Hello Dieter” ins Ohr während ich versuche einen Teil der Erlebnisse der vergangenen Woche festzuhalten.

Nachdem ich zu Begin Probleme hatte mein Faltboot wegen einer gerissenen Naht am Sitz aufzubauen ist nun alles in bester Ordnung.

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Living remote

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„Willkommen  auf einer Insel“ –  so ungefähr begrüßte mich Erin, als Sie mich vom Flughafen abholte. Ich dachte zuerst an einen Scherz. Erin erklärte mir dann auf der Fahrt nach Hause, dass es ein paar Tage zuvor zu Überschwemmungen und Schlammlawinen kam. Das Ganze bedingt durch die relativ warmen Temperaturen und der damit verbundener Schneeschmelze sowie gleichzeitig einsetzendem heftigem Regen.  Dadurch wurde der Alaska Highway an mehreren Stellen unterbrochen, als Flüsse über die Ufer traten. Whitehorse ist damit von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Supermärkte zeigen bereits Engpässe insbesondere bei Molkereiprodukten und Fleisch; die ersten leere Regale sind zu sehen und man muss sehen, was es es die nächste Zeit noch zu kaufen gibt.

Empty shelfs

Zuhause bei Len und Erin gab es dann die ersten Vermutungen, wann die Trucks wieder eintreffen. Erin war optimistisch und tippte auf Dienstag – Len war etwas vorsichtiger und meinte Donnerstag.
Beim Einkauf am Montag konnte wir uns dann von den leeren Regalen überzeugen.Zurück zuhause erzählte uns Len, dass er zwei Hercules Transportflugzeuge landeten sah, die höchstwahrscheinlich Lebensmittel einfliegen. Dienstag gab es dann die erlösende Nachricht, dass eine einspurige Notspur eingerichtet ist und die ersten Trucks durchkommen. Im sprichwörtlichen Sinne ist damit wieder alles in Butter :-).

Zurück am Yukon

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Zurück am Yukon. Fast zwei Jahre ist es her, dass ich das erste mal  in Whitehorse war. Auf meiner Tour den großen Fluss hinunter habe ich viel erlebt und nicht zuletzt neue Freunde gefunden. Mit einigen bin ich seitdem in Kontakt geblieben und so ergab sich Ende vergangen Jahres die Situation, dass mir Erin von ihrer Absicht erzählte am Yukon River Quest (YRQ) teilzunehmen. Spontan erwiderte ich, dass ich das irgendwann auch mal machen würde.
Das Ganze endete mit der Buchung eines Flugs und der Anmeldung für den YRQ 2012. Einer der Gründe weshalb ich wieder hier bin. Doch vor allem die Möglichkeit gute Freunde zu besuchen und sich nach langer Zeit wieder auszutauschen. Da das Rennen erst in zwei Wochen stattfindet bleibt noch ausreichend Zeit sich zu akklimatisieren und die ein oder andere Paddeltour zu unternehmen :-).

Ich bin sehr gespannt, ob sich nach zwei Jahren Funkstille wieder jemand auf den Blog verirrt. Freue mich natürlich auf jeden Kommentar von Euch. In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen der neuesten „Abenteuer“.

Weihnachtsrätsel

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Die Zeit des Adventskalenders ist mit dem heutigen Tag zwar vorbei, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen noch ein kleines weihnachtliches Rätsel anzubieten.

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Optimus und Condor

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Mittlerweile habe ich von den oben genannten Firmen auf meine Briefe beziehungsweise Rücksendung Antwort erhalten. Unterschiedlicher konnten die Reaktionen allerdings kaum ausfallen.

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Es ist schon November und der Herbst verabschiedet sich so langsam, auch wenn es in Freiburg mit Temperaturen von knapp 15 ºCelsius noch recht mild ist. Dies sieht im Yukon Territorium und Alaska etwas anders aus. Dort liegen die Temperaturen in Whitehorse, Kanada um den Gefrierpunkt oder sogar darunter, wie zum Beispiel in Emmonak. Fairbanks ist, wie zu erwarten, Spitzenreiter. Mit Vorhersagen von -15 ºC in der Nacht wird es dort am kältesten.

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Optimus NOVA

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Bereits während meiner Tour gab es die Frage nach empfehlenswerten und weniger empfehlenswerten Produkten. Ich hatte in einer kurzen Stellungnahme meine Erfahrungen dazu gepostet. Nun gibt es aus aktuellem Anlass einen Grund das Thema nochmal aufzugreifen. Damals hatte ich unter anderem zum Optimus Kocher geschrieben:

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Papageientaucher

Hallo Lukas,

auch wenn ich mittlerweile wieder zurück in Deutschland bin möchte ich dir auch auf diesem Weg alles Gute zu deinem Geburtstag wünschen.

Ich hoffe, dein Tag verläuft genauso bunt, wie der Vogel nebenan sich zeigt. Ihn hatte ich auf meiner Reise in Seward abgelichtet. Bei der Fahrt mit einem kleinen Boot in die Resurrection Bay konnte ich die Papageientaucher auf ihren Felsen sitzend beobachten. Ab und zu machten sie sich auf die Suche nach etwas Essbarem. Der Flugstil sieht witzig aus, aber es ist um so beeindruckender wie sich die Papageientaucher auf der Suche nach einem leckeren Fisch in den Ozean stürzen.

Das Foto habe ich allerdings im Alaska SeaLife Center gemacht, wo ich noch näher an die Papageientaucher herankam.

“Happy birthday to you” und viel Spass beim feiern… :mrgreen:

Wie schon in einem der Artikel zuvor beschrieben hat eigentlich nur Gerlinde, oder etwas schnöder das Triton Ladoga die Rückreise nicht unbeschadet überstanden. Heute habe ich Condor einen netten Brief geschickt und meine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht. :-(

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Zurück zuhause

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Mit einem Blick auf den letzten Beitrag von mir im Blog musste ich feststellen, dass schon wieder mehr als eine Woche vergangen ist. Höchste Zeit wieder mal etwas von mir hören zu lassen. Die wesentliche Nachricht für all die, die es noch nicht wisse sollten ist die, dass ich wieder zurück in Deutschland bin. Und dies schon seit etwas mehr als einer Woche.

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Gedanken

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Ich sitze gerade im Flughafen von Fairbanks und nutze die Gelegenheit noch einen Artikel für den Blog zu schreiben. Doch immer wieder schweifen die Gedanken ab. Vier Monate war ich in Kanada und Alaska, habe vieles gesehen und erlebt. Was hat sich geändert? Habe ich mich verändert? Es fällt mir schwer darauf eine Antwort zu geben. Letztlich wird es die Zukunft zeigen.

Horizonte / horizons

Was bleibt ist Wehmut, ein bisschen Stolz und Dankbarkeit. Die Wehmut diese fantastische Gegend verlassen zu müssen, etwas Stolz die Reise bis zur Beringsee erfolgreich durchgeführt zu haben. Und ganz viel Dankbarkeit. An meine Familie und Freunde zuhause, die mir die Daumen gedrückt haben, an das Blog-Team, das den Blog gepflegt hat, während ich auf dem Fluss dahintrieb. An all die, die mich auf diesem Wege begleitet haben.

Ein besonderen Dank empfinde ich für die Gastfreundschaft, die ich hier erleben durfte. Für die  Bekanntschaften und Freundschaften, die ich entlang des Fluss knüpfen konnte. Das ist unterm Strich das Wertvollste, was ich mit nach Hause nehme: Neue Freunde gefunden zu haben.

Ist schon eine Weile her, dass ich etwas neues in den Blog eingestellt habe. Daher versuche ich jetzt kurz vor meinem Rückflug einige der Lücken zu füllen. Die letzten zwei Wochen der Tour waren dem Besuch von Freunden gewidmet.

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Denali

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Ich hatte mich schon in einem Kommentar zu einem der Blogbeiträge beeindruckt und begeistert zu meinem Ausflug in den Denali Park geäußert. Nun ist endlich die Gelegenheit dem noch ein paar Eindrücke folgen zu lassen.

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